DER FRIEDHOF I Israelitische Kultusgemeinde Frauenkirchen

Der Jüdische Friedhof Frauenkirchen befindet sich am südlichen Ortsrand von Frauenkirchen an der St.-Andräer-Straße.

Im Jahr 1934 zählte die Israelitische Kultusgemeinde von Frauenkirchen noch 368 Mitglieder. Im Zuge des Anschlusses an NS-Deutschland kam es zur Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Auch die Synagoge wurde zerstört.

Der Friedhof beherbergt auf einer Fläche von 2.900 m² 1.320 Gräber. Im Jahr 1994 wurde der Friedhof vom Verein Schalom wieder instand gesetzt. Auch ein neues Tor wurde errichtet. In renoviertem Zustand wurde der Friedhof der Gemeinde zur weiteren Pflege übergeben.

HINWEIS: Der Friedhof ist Strassenseitig gut einsehbar - bei einem direkten Besuch ersuchen wir Sie den Schlüssel zum Haupttor aus dem Rathaus Frauenkirchen zu holen! (MON-DON von 08.00-12.00 & 13.00-16.00 I FRE von 08.00-12.00 UHR)

INFO: +43 02172 2300
www.frauenkirchen.info


DIE GESCHICHTE I Erstmals urkundlich wurde eine Siedlung namens Szent Maria im Jahr 1324. 1529 und 1683 wurden das Dorf und die Kirche von den Türken zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte unter Fürst Paul I. Esterhazy. Um die von 1695 bis 1702 errichtete Basilika und das Franziskanerkloster entwickelte sich der Ort ab dem Ende des 17. Jahrhunderts allmählich zu einem regionalen Handelszentrum, das wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn) gehörte.

Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Fertőboldogasszony verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Stadtgemeinde ist Frauenkirchen seit 1982.

1678 erlaubte Graf Paul I. Esterhazy den Mönchhofer Juden, die von Husaren überfallen und ausgeplündert und vom Abt des Stiftes Heiligenkreuz des Ortes verwiesen worden waren, die Ansiedlung in Frauenkirchen. 1876 erreichte die Jüdische Gemeinde Frauenkirchen mit 864 Juden ihren Höhepunkt.

Gleich nach dem Anschluss im März 1938 wurde in Frauenkirchen ein provisorisches Anhaltelager eingerichtet, in das etwa 400 Juden des Seewinkels unter Zwang verbracht wurden. Im April 1938 wurden die meisten dieser Juden über die ungarische Grenze abgeschoben und in der Folge die Jüdische Gemeinde vernichtet. Die Synagoge wurde 1939 demoliert, der Jüdische Friedhof ist erhalten.


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St.Andräer Straße
7132 Frauenkirchen